Rotbuche am "Füßlein`s Ruh musste gefällt werden

Geschichte zur gefällten Rotbuche „ Füßlein’s Ruh “

Der Sämling der Rotbuche wurde wohl im Jahre 1790 zum ersten Mal im Wald durch Sonnenlicht beschienen. Im Laufe seines Lebens bis zum 2.Juli 2009 gab es ringsherum viele wichtige Ereignisse. Zehnjährig im Jahr 1800 erlebte die Buche den Pflicht-Anbau von Kartof-feln in der Grafschaft Schaumburg durch einen Erlass des Landesherrn Wilhelm IX., Landgraf von Hessen. Mittelalt und in vollem Saft stehend könnten zum zweiten Jahrhundert-wechsel auf den Baum die ersten Strahlen elektrischen Lichtes aus dem Wesertal gefallen sein. Mindener Pioniere unter Major Füßlein sprengten 1923 an der hinter uns liegende Burgstraße einen riesigen Felsen aus dem Berg um die Burg-straße bauen zu können. Wenige Jahre später – 1929 – wurde die jetzt mächtige Buche eine echte Schaumburgerin: Die bis dahin selbstständigen Dörfer Rosenthal, Ostendorf und das Gut Coverden schlossen sich zur neuen Gemeinde Schaumburg zusammen. Im Jahr 1945, am Ende des 2.Weltkrieges, zogen an der Rotbuche junge deutsche Soldaten vorbei, um einen aussichts- und sinnlosen Kampf zu führen. Nicht weit von hier bezahlten sie mit ihrem Leben. Ihre Mahnstätte befindet sich an der Paschenburg. Durch die Gemeindereform wurde Schaumburg 1974 mit 18 umliegen-den Dörfern der Stadt Rinteln eingegliedert. Am 18.Januar 2007 fegte der Sturm Kyrill über die Rotbuche hinweg. Sie verlor nur einige Äste. Im gesamten Forstrevier Rinteln wurden dabei aber auf gut 1300 Hektar insgesamt 23.000 Kubikmeter Holz geworfen,
bestehend aus Buchen, Eichen und Fichten. Aufgrund einer Pilzerkrankung und eines 50 cm tiefen Loches, was die sogenannte Weißfäule zur Folge hat und die Standfestigkeit beeinträchtigt, wurde die Rotbuche dann zur Sicherheit der Menschen gefällt. Geografische Koordinate des Baumstumpfes 52° 12’ 28’’ Nord 9° 11’ 43’’ Ost Höhe über NN 280 m

(Verkehrs- und Heimatverein Schaumburg e.V – Revierförsterei Rinteln)