Früher Lebensmittel, heute Lektüre: Wie in Deckbergen aus einem Kühlschrank ein Bücherschrank wurde

Stolz auf ihr gemeinsames Projekt: Der Vorstand und Mitglieder des Schuamburger Verkehrs- und Heimatvereins präsentieren ihren neuen Bücherschrank.

Bücher aus dem Kühlschrank: Der Schaumburger Verkehrs- und Heimatverein hat am Eingang zur Mensa der Grundschule Unter der Schaumburg einen Bücherschrank aufgebaut. Wie aus dem ehemaligen Kühlschrank ein Bücherschrank wurde und welche Bücher Anwohnern dort kostenlos zur Verfügung stehen.

Deckbergen/Schaumburg. Bücher für jedermann: Am Eingang zur Mensa der Grundschule unter der Schaumburg in Deckbergen am Karl-Büthe-Platz steht ab sofort ein öffentlicher Bücherschrank. Aufgestellt und umgebaut vom Verkehrs- und Heimatverein Schaumburg, soll so Anwohnern kostenloser Zugang zu Büchern ermöglicht werden.

Kostenloser Zugang zu Büchern

Der Bücherschrank, ursprünglich Kühlschrank, ist bereits gut gefüllt: Von Kinderbüchern, über Sachbücher bis hin zu Krimis oder Romanen ist für jeden etwas dabei. Die Bücher sind allesamt aus privaten Haushalten gespendet – und Anwohner können jederzeit eines mitnehmen, durch ein eigenes austauschen oder selbst alte Bücher spenden. „Uns ist wichtig, dass alle Zugang zu Büchern haben“, erklärt Claudia Bradt, Mitglied des Verkehrs- und Heimatvereins. „Die nächste Bücherei ist ja etwas weiter weg.“

Deswegen ist der Ort des Bücherschranks auch bewusst gewählt: „Der Standort ist ziemlich zentral zwischen Schaumburg und Deckbergen“, erklärt Rüdiger Töhte, Vorstandsmitglied. Da an diesem Knotenpunkt eine Schule, eine Sporthalle und eine Mensa sind, kämen darüber hinaus noch viele potenzielle Leser am Schrank vorbei. „Außerdem ist der Ort barrierefrei“, fügt Vorstandsmitglied Janine Spiek hinzu.

Die Idee zum Bücherschrank stammt ursprünglich von Bradt. „Ich habe so etwas öfter gesehen und habe selbst viele Bücher, die ich mal ausmisten musste“, blickt sie zurück. Mit der Idee für den Bücherschrank ist sie dann erst an ihre Vereinsmitglieder und dann an den Ortsrat herangetreten. Nach dessen Zustimmung ging es an die Umsetzung.

Aus den Kiosk-Katakomben nach Rinteln

Vereinsmitglied Frank Senne entdeckte auf Kleinanzeigen einen Kühlschrank mit passenden Maßen und holte diesen aus den „Katakomben“ eines Kiosks in Hannover ab. Anschließend kam der Schrank zu Marco Grosser, ebenfalls Mitglied, der laut Töhte anbot, „seine Schaffenskraft zur Verfügung zu stellen“. Er entsorgte die Kühlflüssigkeit und baute gemeinsam mit weiteren Mitgliedern das Kühlobjekt zu einem Bücherschrank um. Beklebt wurde der Schrank von Jessica Notling. Danach gab es obendrauf noch ein Sonnenpanel, dessen Energie den Schrank nachts beleuchtet. „Ökologisch wertvoll“, lautet das Urteil des Verkehrs- und Heimatvereins. Eine echte Gemeinschaftsleistung also.

Der neue Bücherschrank kostet den Verein – neben ehrenamtlichem Einsatz – rund 230 Euro an Materialkosten. Die Materialien finanzierte der Schaumburger Verkehrs- und Heimatverein durch Spenden und die Einnahmen von seinen Veranstaltungen.

Bei der Vorstellung des Bücherschranks hagelte es auch bereits an neuen Ideen: Sollten andere Ortsteile ebenfalls einen Bücherschrank aufstellen wollen, wäre der Verein bereit zu helfen. Ihr nächstes eigenes Projekt könnte eine passende Lesebank zum Bücherschrank sein. Diese Überlegung befindet sich jedoch derzeit noch in der Warteschleife.

SZ/LZ

Große Auswahl: Es gibt bereits die unterschiedlichsten Bücher zur Auswahl, Interessierte können jedoch auch ihr Buch der Wahl gegen ein eigenes Exemplar austauschen oder weitere Bücher spenden.

Quelle: Bericht der SZ/LZ