Der Uhu (Bubo bubo) an der Paschenburg

Der Uhu ist eine Vogelart, die zur Ordnung der Eulen gehört. Er ist unsere größte Eulenart und größer als ein Bussard. Uhus haben einen massigen Körper. Der auffällig dicke Kopf hat Federohren und leuchtend rotgelbe Augen. Ihr braunes Gefieder ist dunkel längs und quergezeichnet. Bauch und Brust sind etwas heller. Uhuweibchen sind größer und schwerer als Männchen, ca. 2250 g zu 1890 g. Der Größenunterschied zeigt sich auch in der Flügelspannweite. Bei den Männchen beträgt sie durchschnittlich 157 cm zu 168 cm bei den Weibchen.

Haben Sie ihn schon entdeckt?

Durch menschliche Verfolgung war der Uhu in Mitteleuropa weitgehend auf die Mittelgebirge sowie die Alpen zurückgedrängt.

Nun können wir ihn an der Paschenburg entdecken. Herbert Hartings Privatinitiative hat das möglich gemacht. Ein Exemplar thront auf einem ca. vier Meter hohen Buchenstumpf.

Dieser, in der Natur schwer zu entdeckende Vogel, wird mit seinen Eigenarten auf einer Infotafel beschrieben. Schon jetzt ist er ein Fotostar.

(Quellen: Greifvögel und Eulen, Neuer Kaiser Verlag Klagenfurt; wikipedia.com; Unsere Vögel H.Hallweg Verlag Bern; Zusammenstellung und Foto: W.Schnüll)

 


 

Die Friedenseiche in Rosenthal

Diese Eiche wurde am 18.10.1913 zur Erinnerung an die an diesem Tage vor 100 Jahren stattgefundene Völkerschlacht auf dem Blachfeld bei Leipzig gepflanzt. Schüler der Volksschule Rosenthal und ihr Lehrer Reese erinnerten in einem Festakt daran, dass der vier Tage dauernde Krieg 92.000 getötete und verletzte Soldaten forderte. Sie baten die Regierenden, dafür einzutreten, dass es nie wieder Krieg geben möge. Die Eiche sollte eine stete Mahnung für den Frieden sein.

Dem allseits beliebten Platz unter der Friedenseiche vor der ehemaligen Rosenthaler Schule setzte der Zahn der Zeit zu.

Nach unseren Anregungen leitete die Stadtverwaltung den Umbau ein. Jetzt hat der Platz ein dem Anlass angemessenes Aussehen und ist wieder verkehrssicher.

Heute, 112 Jahre nach dem Einsetzen ist der Setzling zu einem mächtigen Baum mit einem Umfang von 2,30 m herangewachsen.

(Text u. Foto: W.Schnüll)

 


 

Die Sage von der schönen Zwergin Tienke-Meume

Einer der letzten Grafen von Schaumburg ging fast täglich aus. Was seine Frau auch anstellte, sie konnte nicht rausbekommen, wohin er immer ging. Selbst der Leibjäger wollte es ihr nicht sagen. Deshalb bat sie ihn, es ihr zu zeigen, in dem er Samen auf dem Weg des Grafen verteilte. Die Samen gingen auf, und die sprossenden Keime zeigten der Suchenden den Weg. Die Gräfin folgte der Spur hinein in den Wald und immer steiler bergan, geradewegs auf einen mächtigen Felsen zu, der über der Schaumburg hängt, der Paschenberg heißt und in dem eine Höhle, das sogenannte Meumeken-Loch, ist.

Alles mahnte sie umzukehren: „Alles zu wissen ist gefährlich, alles zu fragen ist beschwerlich. Was das Auge nicht sieht, die Seele nicht weiß, macht die Wang‘ und das Herz nicht kalt noch heiß.“ Aber die Gräfin ließ nicht ab von ihrem Vorhaben und ging der Spur nach, bis sie vor der Meumken-Höhle stand. Die Samen führten sie weiter bis in den Eingang der Höhle. Dort fand sie ihren Grafen schlafend in den Armen eines hübschen kleinen Zwergen-Weibchens, der Tienke-Meume. Nun wusste sie, was sie wissen wollte, und nun sie’s wusste, wünschte sie, sie wüsste es nicht.

Gerade wollte sie schnell umkehren, als sie sich entschied, noch einen der geflochtenen goldenen Zöpfe des Zwergen-Weibchens abzuschneiden. Als der Graf später nach Hause kam, konnte er seinen Trübsinn darüber nicht verbergen; wollte der Gräfin aber lange nicht sagen, warum es so war.

Schließlich schloss die Gräfin ihr Schmuckkästchen auf, zeigte ihm den Zopf und gab ihn ihm zurück. Außerdem erlaubte sie ihm tun zu dürfen, was nur sein Herz wollte. Davon war der Graf so gerührt, dass er ihr versprach, nie mehr zur Tienke-Meume zu gehen.

Er hielt dieses Versprechen sein Lebtag, trotz Stimmen aus der Höhle, die die geraubte Haarflechte zurück haben wollten. Eines Tages schrie die Stimme zu der Stunde, zu der er früher immer zu der Burg gegangen war, er solle wieder zur Höhle kommen, oder sein Land würde einst an fremde Erben fallen. Doch der Graf kam nicht und die Stimmen verstummten schließlich. Nicht lange darauf aber hörte man eines Tages einen Zwerg klagend, vom Paschenberg zur Schaumburg herabrufen: „De Meume is dod! De Meume is dod!“ Und in der folgenden Nacht zog das ganze Volk der Zwerge aus den Klüften des Paschenberges hinab ins Tal. In Großenwieden musste der Fährmann sie über die Weser setzen.

(Nach Wilhelm Strack, 1817, Grafik © Restaurant Paschenburg)

 


 

Coverden, eine Domäne

am Fuß der Schaumburg in der gleichnamigen Ortschaft liegend. Sie war seit ihrer Ersterwähnung im 16. Jahrhundert eine Eigenwirtschaft der jeweiligen Landesherrschaft. Von hier aus ließen zunächst die Schaumburger Grafen das seit dem Mittelalter unmittelbar zur Burg Schaumburg gehörende Land bebauen. Sie sicherten sich damit Erträge, die von den Abgaben der Bauern unabhängig waren, auf einem Gut, dessen Größe auch effizientere Bearbeitungsmethoden zuließ. *

Heute ist die Domäne im Besitz des Landes Niedersachsen. Seit 1969 wird sie in der 2. Generation von der Familie Dieckmann bewirtschaftet. Im Anbau sind Raps, Roggen, Gerste, Weizen, Zuckerrüben und Mais. Drei Mitarbeiter werden in der Landwirtschaft beschäftigt. Auf Versuchsflächen wird Saatgut für den eigenen Saatzuchtbetrieb vermehrt. Deutlich erkennbar sind die Vermehrungs-flächen an dem Streifenanbau, der eine gezielte Bestäubung zwischen den Elternlinien erlaubt. **

Ein Besuch der baulich sehr gut erhaltenen und gepflegten Domäne ist lohnenswert. Das mächtige Herrenhaus, die ehemalige Schnapsbrennerei sowie das Fachwerk Gartenhaus sind u.a. ein Beweis dafür, dass die Domäne mit Umsicht bewirtschaftet wird.

ImFaltblatt 5 „Schaumburg – Historischer Ortsspaziergang“ sind weitere Tipps zu finden.

(Zitierungen: * aus Faltblatt Nr. 5 und ** Frau Dieckmann)

Die beiden oberen Farbfotos der Domäne Coverden wurden 2011 aufgenommen.

Das linke untere SW-Foto zeigt die Arbeiter beim Pflügen bzw. bei der Kartoffelsaat und wurde 1949 aufgenommen.

Das rechte untere SW- Foto zeigt ein Pferdegespann auf der Domäne Coverden und wurde 1955 aufgenommen.

(Quelle: 2 Fotos von W. Bredemeier sen. und 2 Fotos von W. Schnüll)

 


 

Rotbuche am „Füßlein`s Ruh musste gefällt werden

Geschichte zur gefällten Rotbuche „ Füßlein’s Ruh “

Der Sämling der Rotbuche wurde wohl im Jahre 1790 zum ersten Mal im Wald durch Sonnenlicht beschienen. Im Laufe seines Lebens bis zum 2.Juli 2009 gab es ringsherum viele wichtige Ereignisse. Zehnjährig im Jahr 1800 erlebte die Buche den Pflicht-Anbau von Kartof-feln in der Grafschaft Schaumburg durch einen Erlass des Landesherrn Wilhelm IX., Landgraf von Hessen. Mittelalt und in vollem Saft stehend könnten zum zweiten Jahrhundert-wechsel auf den Baum die ersten Strahlen elektrischen Lichtes aus dem Wesertal gefallen sein. Mindener Pioniere unter Major Füßlein sprengten 1923 an der hinter uns liegende Burgstraße einen riesigen Felsen aus dem Berg um die Burg-straße bauen zu können. Wenige Jahre später – 1929 – wurde die jetzt mächtige Buche eine echte Schaumburgerin: Die bis dahin selbstständigen Dörfer Rosenthal, Ostendorf und das Gut Coverden schlossen sich zur neuen Gemeinde Schaumburg zusammen. Im Jahr 1945, am Ende des 2.Weltkrieges, zogen an der Rotbuche junge deutsche Soldaten vorbei, um einen aussichts- und sinnlosen Kampf zu führen. Nicht weit von hier bezahlten sie mit ihrem Leben. Ihre Mahnstätte befindet sich an der Paschenburg. Durch die Gemeindereform wurde Schaumburg 1974 mit 18 umliegen-den Dörfern der Stadt Rinteln eingegliedert. Am 18.Januar 2007 fegte der Sturm Kyrill über die Rotbuche hinweg. Sie verlor nur einige Äste. Im gesamten Forstrevier Rinteln wurden dabei aber auf gut 1300 Hektar insgesamt 23.000 Kubikmeter Holz geworfen,
bestehend aus Buchen, Eichen und Fichten. Aufgrund einer Pilzerkrankung und eines 50 cm tiefen Loches, was die sogenannte Weißfäule zur Folge hat und die Standfestigkeit beeinträchtigt, wurde die Rotbuche dann zur Sicherheit der Menschen gefällt. Geografische Koordinate des Baumstumpfes 52° 12’ 28’’ Nord 9° 11’ 43’’ Ost Höhe über NN 280 m

(Verkehrs- und Heimatverein Schaumburg e.V – Revierförsterei Rinteln)